{"id":580,"date":"2021-12-09T21:51:32","date_gmt":"2021-12-09T20:51:32","guid":{"rendered":"https:\/\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/start\/?p=580"},"modified":"2021-12-09T21:51:32","modified_gmt":"2021-12-09T20:51:32","slug":"10-dezember-2021-von-smarten-taxifahrern-und-openminds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/start\/2021\/12\/09\/10-dezember-2021-von-smarten-taxifahrern-und-openminds\/","title":{"rendered":"10.Dezember 2021: Von smarten Taxifahrern und &#8218;Openminds&#8216;"},"content":{"rendered":"\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Wir steigen in ein Taxi. Dekadent hier. J\u00f6rg hat das Auto und wir lassen uns fahren. Nur ein paar Kilometer. Die Strecke w\u00fcrde anders nicht gelingen. Muss aber sein, heute. Ich unterhalte mich mit unserem Fahrer, der im frankophonen, dann anglophonen Schulsystem in Ruanda aufgewachsen ist. Vor und nach dem Genozid war es franz\u00f6sisch, erst seit 2006 auf dem Papier anglophon, \u00fcberall seit jeher Kinyar. \u201eKinyar\u201c nennen manche Ruander liebevoll ihre Sprache und bringen mir ihr proper Kinyar bei. Ich \u00fcbernehme das Wort Kinyar in mein Vokabular, weil es so vertraut und lieb klingt. Au\u00dferdem ist es einfacher als \u201eKinyaruanda\u201c (mit g in der Mitte ausgesprochen). Wir unterhalten uns auf Franz\u00f6sisch, English und Kinyar. Wir verstehen uns, obwohl wir keinen Satz in der gleichen Sprache beginnen oder beenden. Als ich etwas \u00fcber Traditionen und Identit\u00e4t ausdr\u00fccken will, f\u00fchle ich mich so schlecht, so &#8222;weiss&#8220;, so komisch privilegiert, so komisch &#8218;anders&#8216;, dass ich mich unterbreche und sage: <br>\u201eoh sorry, I feel so bad for my colour of skin and I feel some kind of historic guilt.\u201c Er beginnt mir in den folgenden Minuten, stark und klar seine,- und wie mir scheint, eine eher ruandische Lebensphilosophie aufzuzeigen.<br>Er ist viel\u00a0eloquenter als ich. Und das in drei Sprachen. Spricht neben Kinyar, Franz\u00f6sisch und English noch Kisuaheli und hat u. a. Finanzwesen in Kigali studiert. Und er sagt: <br><br>&#8222;Oh no, you know, the past is the past. The past is over. The past is only a lesson.<br>Lesson, gusa. Lesson only. You cannot blame somebody for her or his history. For his or her parents. Or for his and her colour of skin. (Erg\u00e4nze ich).<br>The present is now. We live now. And we live for the future. The past is a lesson to learn from for Now. And the future.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ich lasse Rupi Kaur wieder zu Wort kommen:<br><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>You do not belong to the future or the past<br><em>you belong right here<\/em><br><\/p><cite>rupi kaur | home body<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>&#8230; <br><br>Im Adventskalender versuche ich mich kurz zu halten. Der Text geht an sich noch weiter. Wenn du weiterlesen willst, klicke dich auf den<a href=\"http:\/\/www.konfettiaufasphalt.de\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.konfettiaufasphalt.de\"> Konfetti auf Asphalt <\/a>Blog. Den haben eine gute Freundin und ich vor einigen Jahren begonnen und schreiben regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die gro\u00dfen Fragen des Lebens und die kleinen Wunder des Alltags. Die uns, wie Konfetti auf Asphalt t\u00e4glich vor die F\u00fc\u00dfe fallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir steigen in ein Taxi. Dekadent hier. J\u00f6rg hat das Auto und wir lassen uns fahren. 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