{"id":992,"date":"2022-12-07T10:05:23","date_gmt":"2022-12-07T09:05:23","guid":{"rendered":"https:\/\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/start\/?p=992"},"modified":"2022-12-07T10:05:23","modified_gmt":"2022-12-07T09:05:23","slug":"j-wie-l-ue-c-k-e","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/start\/2022\/12\/07\/j-wie-l-ue-c-k-e\/","title":{"rendered":"J wie [ Jenoside ]"},"content":{"rendered":"\n<p>Das J ist eine hochkomplexe und fragile Thematik.<br>Das J ist in Bearbeitung und kommt bald. <br><br>Versprochen&#8230;.<br><br>Endlich wage ich mich erneut an den fragilen Text. Und es werden zwei Texte. Der Eine ist nett. Der andere nicht. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><br>J wie Jenoside <\/h2>\n\n\n\n<p><br>So wird er hier genannt und buchstabiert. Mit J. Er wird auch sanfter und seltener ausgesprochen als in unserem Sprachgebrauch. Au\u00dfer im April jeden Jahres. Kwibuka 28. Der nationale Erinnerungsmonat des Jenoside. In diesem Monat muss erinnert und muss aufgearbeitet werden. Plakate &#8222;KWIBUKA 28&#8220; mit Gedenkflamme zieren \u00f6ffentliche Einrichtungen, Stra\u00dfenz\u00fcge, W\u00e4nde.<br>Sonst wird der Jenoside hier weniger aus-buchstabiert. Das Schreckliche, das \u00fcber viele Tage, \u00fcber Jahre zuvor und Jahre sp\u00e4ter geschehen ist &#8211; ist auch unbeschreiblich. Das wei\u00df hier jede und jeder. <br>Das &#8222;Memorial of Jenoside&#8220; (Museum) in Kigali dr\u00fcckt eindr\u00fccklich eine Narration dieser Schrecklichkeit aus. Das Jahr 1994 geh\u00f6rt in seine umliegenden Jahrzehnte eingebettet. Und nur im Zuge der Gesamtgeschichte k\u00f6nnen wir ansatzweise versuchen, ahnen zu verstehen, wie alles so wurde, wie es wurde. Es ist hochkomplex. Vielseitig. Alle mischen mit. Wir werden nie eine Wahrheit oder eine politisch wahre Entwicklung dieser Zeit kennen. Sagten mir schon viele RuanderInnen. Wir werden nie eine Wahrheit oder eine politisch wahre Entwicklung dieser Zeit kennen. Wiederhole ich nochmals.<\/p>\n\n\n\n<p>Und in alledem weiterhin gut in unserem Land leben. How? Strategien lernen, die mich durch meinen individuell ruandischen Alltag weitertragen. Dieser Zugang r\u00fcckt immer mehr in meinem Fokus. Denn ich habe mich in der Vorbereitung auf unsere Ausreise oft dabei erwischt, wie ich Stereotype \u00fcber Afrika glaube und Ruanda auf seine Traumata von 1994 reduziere. Ganz anders ist der hier erlebte Alltag. &#8222;Lebe die Lage&#8220; &#8211; gestalte die Geschichte im Hier und Jetzt &#8211; gucke ich mir von  jungen RuanderInnen und Deutschen ab.  ; )<\/p>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnen B\u00fccher lesen, mit sogenannten Genozid-\u00dcberlebenden sprechen, wir k\u00f6nnen Filme anschauen, ich habe mich mehrere Stunden an mehreren Tagen mit meinem Sprachlehrer zusammengesetzt, um Bruchteile besser zu verstehen &#8211; und komme zu dem Ergebnis, dass es sich um viele Jahre konfuser, komplexer, innerpolitischer Auseinandersetzungen und F\u00fcgungen, um Macht und Money-Business, um machtinteressen Einzelner und ganzer Staaten, handelt &#8211; die kein Zebra sind. Niemals werden die Jahre um 1994 schwarz-wei\u00df wie das simple Tier abzuhandeln sein. Im Ringen um Wahrheit schlie\u00dfe ich mich meinen ruandischen Freunden an, und entdecke eben dieses Ringen in allt\u00e4glichen Formulierungen, leicht zu \u00fcbersehen, minimalistisch gehalten, um nicht aufzufallen und dennoch ein leise Stimme zu haben. Wege der \u00c4u\u00dferung sind da. Wege werden wunderbar allt\u00e4glich gegangen. Denn hier wird eigentlich alles zu Fu\u00df erledigt. Auch diese politischen Wege werden zu Fu\u00df begangen. ; ) From the sole to the soul. Oder umgekehrt? From the soul to the sole?<br><\/p>\n\n\n\n<p>Beispiel: So wird meine Seele w\u00e4hrend des langen Arbeitsweges (4 &#8211; 25 km zum Shop\/ in die Stadt), in guter Gesellschaft freier und leichter und verbundener. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/photo_5224371818146676067_y.jpg?resize=1024%2C576&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-1070\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/photo_5224371818146676067_y.jpg?resize=1024%2C576&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/photo_5224371818146676067_y.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/photo_5224371818146676067_y.jpg?resize=768%2C432&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/photo_5224371818146676067_y.jpg?resize=540%2C304&amp;ssl=1 540w, https:\/\/i0.wp.com\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/photo_5224371818146676067_y.jpg?resize=1140%2C641&amp;ssl=1 1140w, https:\/\/i0.wp.com\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/photo_5224371818146676067_y.jpg?resize=206%2C116&amp;ssl=1 206w, https:\/\/i0.wp.com\/wir-sind-dann-mal-in-afrika.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/photo_5224371818146676067_y.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><br>J wie Jenoside<\/h2>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte euch und mir zurufen: Kommt nach Ruanda. Ja, auch nach Kigali. Ja, auch ins Genocide Museum.<br>Aber lasst die RuanderInnen aus der dramatischen und traumatischen Genocide Erz\u00e4hlung ausbrechen.<br>Lasst dieses Land und seine vielen Menschenkinder \u00fcber den J hinauswachsen. In euerm Verst\u00e4ndnis von Ihnen. <br>Ja, lernt Geschichte und kommt mit historisch-kultur-sensitiver-Haltung. Ohne Verleugnung schlimmsten Kummers, den es in jedem Familienhaus hier gibt.<br><br>Lasst zu, dass unser Rwanda wirklich ein Entwicklungsland sein darf. Stark in der Entwicklung. Stark im Fortschritt. Nicht gel\u00e4hmt in der Geschichte oder einer europ\u00e4ischen und eurozentriscchen Narration dieser schlimmsten Geschichte, die Land und Leuten widerfahren kann. Lernt zwei drei vier neue Menschen kennen, ihr Leben, ihr Arbeiten, ihre K\u00e4mpfe, ihre Finanzlage, ihre Familie. Findet neue Geschichten. Und lasst euch \u00fcberraschen von neuen J\u2019s. Von Jennifer, Jeanne und Joseph. Lasst die Reduktion Rwandas und findet mit mir zusammen Addition, Expansion, Farben, Namen, Entwicklungen, True Crimes und wahre Menschlichkeit &#8230; Denn davon gibt es alles. Hier. Und Dort. <strong>Nibyo? <\/strong>Ist es nicht so? Ist das nicht die Wahrheit?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>\u201eHello sweetheart &#8211; look at the donut, not the hole! \u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>(Zitat meines Englischlehrers der Vorbereitungszeit. <br>Pragmatisch. Geerdet, im Hier und jetzt und International g\u00fcltig).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das J ist eine hochkomplexe und fragile Thematik.Das J ist in Bearbeitung und kommt bald. Versprochen&#8230;. 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