7. Dezember 2021: Question everything

6. Dezember 2021 1 Von Eva
https://www.questioncoffee.com

Spannende Kaffeebetitelung, in diesem Land, oder? Gewagt.

Question Coffee. Wir trinken hier Cappuccino mit ruandischen Arabica Bohnen, ruandischem gefilterten Wasser und frischer Milch – direkt von der Kuh unserer Nachbarn. Unser Milchdealer ist ein offener Typ, der sich vor einigen Jahren mit einem Freund selbständig machte und den Shop für Frischmilch eröffnete. Inshushu. Das Wort für Frischmilch. Der Liter kostet 45 Cents. Es gibt auch „Amata“ – das ist einfach H-Milch. Kühe gibt es hier viele. Sie sind wertvoll und u.a. Statussymbol einer Familie. Unsere Nachbarn besitzen auch eine Kuh und ein Kälbchen. Sie muhen häufig. Und machen auch viele andere Geräusche. Ich weiß nicht, wie gut es ihnen geht.
Das Land hier ist knapp. Die Menschen sind viele. Die Kühe brauchen gutes frisches Gras – und das gibt es u.a. auf dem Friedhof.
Dort „dappen“ nicht so viele Leute durch und so sieht man hier, zwischen den Toten und Gräbern Kühe grasen. Das frische Grün genüsslich kauend. Ungewohnt und anders und smart. Ja, das Gras auf den Friedhöfen ist sehr frisch und sehr grün und saftig. Und so kommen wir zu unserer sehr milchig schmeckenden Zugabe für den Cappuccino.

Zu den Kaffeekirschen und Kaffeebohnen Ruandas ließe sich viel schreiben. Ein anderes Mal.

Heute der Impuls „Question Everything“.
Stelle einen Tag lang offene Fragen, ohne Antworten darauf zu geben oder zu wissen. Das könnte herausfordernd werden. Und gut könnte es werden.


Für Ruanda finde ich „Question Everything“ provokant und passend und wagemutig.


Für Deutschland finde ich „Frage andere und höre zu“ ohne schnelle Antwort – provokant und herausfordernd und wahrhaft mutig. (Vielleicht auch, um der Narration einer polarisierten Gesellschaft eine Gegenerzählung zu liefern.)