Geschichten & Gedanken

  • M wie guten Morgen – Mwaramutse (in höflich)
    Mwaramutse. Mwaramutse?heißt wörtlich übersetztBist du aufgestanden? Hast du die Nacht (gut) verbracht?Waramutse (neza)? Mwaramutse.Denn ich weiß nicht, was die Nacht bringt.Tod oder Krankheit, Dunkelheit und Mangel.Angriff, Gräuel und Kummer.Denn es begann im Dunkeln. Nachts. Das Unheil des Landes. Mwaramutse.In jeder Nacht, die mich umfängt,darf ich in seine Arme fallen,und der, der nichts als Liebe denkt,wacht… Weiterlesen
  • L wie Lollis
    Lollis. Gibt es in jedem Shop an jeder Ecke, von den „regionalen“ Chinesen produziert. In jeder Form, in jedem Geschmack. Rund, Herzig, Maiskolbenförmig, Mäuseförmig und klassische Kugeln. Hilft, die Kinder (eigene oder fremde) ruhig zu halten, mit kurzem Zucker zu puschen und sich in die Situation einzufügen. Denn das müssen Kinder hier wirklich oft. Sie… Weiterlesen
  • K wie Karame und Kagame
    Ich blicke von der Terrasse um die Ecke und suche Nyandwi. Ich rufe seinen Namen und er antwortet: „Karame“. Karame bedeutet sehr höflich und respektvoll: „Ja, ich bin hier, was gibt’s?“ Wenn es etwas umgangssprachlicher hergeht wird die französische Form dafür verwendet: ein schlichtes „présent“. Meint: Je suis présent. Jedes Mal wenn RuanderInnen mir mit… Weiterlesen
  • J wie [L Ü C K E]
    Das J ist eine hochkomplexe und fragile Thematik.Das J ist in Bearbeitung und kommt bald. Versprochen.
  • I wie Inshuti und Igikakarubamba
    Weder männlich noch weiblich. Einfach nur roh und klar: Inshuti. Freund_e Freund ist Freund. Freunde sind Freunde. Basta.
  • H wie Hibiskus
    HibiskusblütenHibiskusbüsche wachsen hier an jeder Ecke. Strahlend. In Rot. In Rosa. In Pink. Mit grünleuchtenden Blättern. Auch getrocknete Hibiskusblüten gibt es reichlich zu kaufen – für roten Tee. Voller Vitamin C. Auch als Hibiskus Iced-Tea sehr lecker.Wenn sie gepflückt werden halten die Blüten keine zwei Stunden. Der Blütenzauber ist knallig, hauchdünn und kurzlebig. Umso schöner… Weiterlesen
  • G wie guseka
    Guseka. Das Verb für Lachen. Und Auslachen. [Hier ist Raum für eine Geschichte aus Afrika oder ein Zitat, das irgendwie mit Lachen, Tanzen oder Fröhlich sein zu tun hat, denn davon kennen wir viele].* ~ Vielleicht kennst du sie auch, diese lebensfrohen Narrationen über „die afrikanische Bevölkerung“, die scheinbar so fröhlich dankbar und lächelnd auf… Weiterlesen
  • F wie Fitness, Flagge und zu Fuß
    Prince und Mutoni, Armstong und Christa, Lucky und Teta rennen heim. Erste Klasse. Sie sind alle um die 7. An einer Ecke vertrödeln sie sich. Lucky schlägt Räder und übt im Rasen Flikflak. Das nervt, denkt sich Teta, aber läuft mit Christa und Mutoni weiter. Die drei Mädels kichern los und winken Armstrong, der die… Weiterlesen
  • E wie Einfach
    3 Monate auf einer Riesenmatratze auf dem Boden unter einem Moskitonetz geschlafen,ohne Regale oder Organisationsmöglichkeiten in Küche, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Schulzimmer. Einfach.(Unterschätze nie ein einfaches schlichtes Regal!! Auch wenn das Regal „Billy“ heißt.)Ohne Wasser und ohne heißes Wasser wochenlang leben. Nicht einfach!Ohne guten Käse (dafür mit Unmengen ruandischer Butter = Avocado). Einfach?!Und das wohl Schlimmste: wochenlang… Weiterlesen
  • D wie Dose
    Dosen gibt es nicht. Nicht in unserem Umfeld. Ab und an sehr teure besondere Maisdosen. Gelber Mais, wie wir ihn kennen. Zuckersüß oder schon schlecht, weil abgelaufen und aus Belgien importiert. Oder ganz süße Tomatenmarkdöschen. Deswegen kochen wir anders. Nämlich mit zwei bis drei Kilo frischen Tomaten vom Markt oder von Nachbarn. Mit zwei Zweigen… Weiterlesen
  • C gibt’s nicht. Dafür nochmal B: Biscuit and Bright
    In Ruanda werden gute Kekse gebacken. Nicht zu süß. Jeden Tag frisch. Die Kinder haben schon ihren Lieblingskeksdealer. Auch Jörg und ich haben unsere ruandischen Lieblingssorten, z. B. Gingerbites. Ingwerhappen. Echt scharf und echt lecker. Auch Biskuitböden werden gerne gebacken, aus vielen Eiern für geniale bunte Geburtstagstorten oder Hochzeitstorten. Der Zuckerguss ist das Wichtigste. Letzte… Weiterlesen
  • B
    Von vielen Besuchern und 700 000 Beobachtungen 304 000 Augenpaare, die einen angucken. Über das Jahr verteilt. Viele RuanderInnen beobachten gerne. Still und ohne große Mimik. Gesicht bleibt still. Der Mund auch. Keine Worte. Nur ausdrucksstarke, eher dunkelbraune oder schwarze Augen, die einen angucken. Und zwar lange. Wir können zurück gucken. Lange. Kein Problem. Man… Weiterlesen
  • A
    Anfangszauber und Anfangsarmut, außerdem: Amafaranga Ja, Armut lässt sich definieren. Es gibt bestimmte Marker. Es gibt viele Paper dazu. https://www.unglobalcompact.org/what-is-gc/our-work/social/poverty Viele Statistiken. Viele Zahlen und noch mehr Gesichter hinter den Zahlen. Es gibt so viel Papier rund um Armut und unsere Nachbarn in Rwanda, die, die links von uns wohnen, schneiden auf dem Papier arm… Weiterlesen
  • Ein Versuch, ein Essay, ein Anfang – nach einem Jahr Lebensschule Rwanda
    Ein Versuch oder vielmehr ein Tunwort „essayer“ – eine Skizze aus einem Jahr voller Lerndichte. Zurück in der 1. Klasse der Kulturen, 1. Klasse des Dialogs, 1. Klasse, ABC eben. Schreiben und Lesen lernen. Gesichter lesen und Kinyaruanda schreiben lernen. Wie buchstabiere ich hier Entwicklung, Geld, Freundschaft und Zukunft?? Ein Jahr leben in Ruanda. Nicht… Weiterlesen
  • „Finde deinen inneren Schirach“, über Becca, ihr herzhaftes Lachen und unsere Weltfamilie  
    „Finde deinen inneren Schirach“ – mit diesen Worten werde ich aus der Küche – nein, keiner Ikea-Einbauküche, überhaupt keine Einbau-Küche, einige Regale, offen, zwei schrägschöne Schubladen und eine Abspülkonstruktion – aus der Küche geschickt. Um mich zu sammeln und „meinen inneren Schirach zu finden“. Immer wieder, in Phasen meines ach so jungen, tendenziell durchschnittlichen und… Weiterlesen
  • Gastbeitrag: Wir reisen dann mal nach Afrika
    — von Jakob & Lilly’s Großeltern — Mit viel Vorfreude und großer Aufregung haben wir unserem Aufenthalt in Ruanda entgegengesehen. Nach einem Jahr war es endlich so weit, wir durften Eva, Jörg, Lilly und Jakob wiedersehen. Zwar hatten wir einiges über Ruanda gelesen und die Erfahrungsberichte der Kinder gehört, aber wie es wirklich werden würde,… Weiterlesen
  • Ein bisschen Forrest Gump
    Gelegentlich spiele ich in Kirinda abends mit jungen Männern aus Krankenhaus und Dorf Fußball. Mir macht das viel Spaß, da beim Fußballspielen die sonst manchmal so schwer überbrückbaren Unterschiede in sprachlicher, materieller, kultureller und ethnischer Hinsicht plötzlich unerheblich sind. Nun, Herausforderungen gibt es schon, diese liegen allerdings eher in meiner langsam verfließenden jugendlichen Energie, den… Weiterlesen
  • Nachbarschaftsgeschichten
    Ich habe eine Freundin hier. Sie ist schlecht in der Schule. Das hat viele Gründe. Und gut im Herzen. Ganz gut.Da fragt man sich, was eigentlich wichtig ist?? Ich habe Nachbarn, die ein offenes Leben leben, Rastafari, behandeln die Mutter Sonne und Vater Erde und ihre Lebewesen so respektvoll. Mit wunderschönem Garten und kreativer Inneneinrichtung.… Weiterlesen
  • (kein Titel)
    Liebe Freunde in der ganzen Welt,liebe Familie Mensch, die zufälligerweise Deutsch spricht und dies hier lesen kann Eine Freundin und ich schreiben seit einigen Jahren einen Blog – Konfetti auf Asphalt,dort schreiben wir uns seit wir in Ruanda sind „öffentliche“ Briefe.Es gibt dort wieder was Neues, Ruanda-inspiriertes zu lesen.Klick dich gerne rein. Hier der LINK:… Weiterlesen
  • Hügelauf – Hügelab.
    Hügelauf – hügelab. Sonntag 13 Uhr 22. Nachdem wir um 8 losgewandert sind. Sind wir schon etwas müde. Da liegt entlang des Weges – Kongo-Nile-Trail – diese kleine farbenfrohe Kirche. Mit vielen bunt angezogenen Kindern, lautem Singen und einem schrägen Kreuz unter einem lilarosa Regenbogen. Mehr brauchte ich nicht an diesem Sonntagmorgen. Als Gottesdienst. Als… Weiterlesen
  • Ein Integrations-ABC, das nach C aufhört. Die P1B und das große Spiel.
    Integrations-ABC Alles braucht seine Zeit Bitte langsam Coolness hilft Weiter komme ich nicht. Gestern kam mein Sohn aus seinem Nachmittagsprogramm.Er geht nachmittags manchmal in die P1B.Primary 1B. Ich ging in der Schweiz zur Schule. Auch in die 1B (und habe sage und schreibe 2 Jahre gebrauchtum mich von Deutschland auf die Schweiz umzustellen – mindestens.)In… Weiterlesen
  • Mein Tag mit Paul
    Er ist 13 Jahre alt und ich nenne ihn hier Ishimyimana Paul. Schon als ich ihn das erste mal sah, fiel es mir schwer, nicht weg zu sehen. Das Hinsehen fiel mir allerdings auch schwer. Das war vor einigen Wochen, als ein deutsches Chirurgenteam hier in Kirinda war, um verschiedene Operationen durch zu führen. Auch… Weiterlesen
  • 24. Dezember 2021: Weder Esel noch Ochse
    … dafür Hühner, Ziegen und eine laute Kuh in der Nachbarschaft.In Stuttgart stand an unserer Krippe immer ein Schweinchen aus einer Klopapierrolle mit angeklebten Wackelaugen .In Stuttgart hatten wir immer eine Maria of Colour mit einem auf den Rücken gebundenen Baby Jesus of Colour. Weder Esel noch Ochse, aber Truthähne werden hier gerne unter dem… Weiterlesen
  • 23. Dezember 2021: Vögel in Muhanga – noch ein LINK
    Ein wertvoller LINK, eine Verbindung von vielen handwerklich begabten Frauen aus den Dörfern rund um Muhanga zu dir, in den Häusern rund um Stuttgart, Freiburg, Frankfurt, Tübingen, Hamburg, Berlin, den Bodensee usw. In Kigali gab es dieses Jahr an mindestens an zwei Tagen einen Weihnachtsmarkt. Dort war immer AZIZI Life vertreten. Bei einigen von euch… Weiterlesen
  • 22. Dezember 2021: Zeit = Schmuckstück
    Hier ist ein Mann, der Mann in Muhanga, der alle Zeitmesser in den Händen hält.Der Batterien einbaut und Minutenzeiger wieder auf Position bringt. Batterien, die 6 Wochen halten. Und auch manchmal länger. Ich war neulich mit zwei Frauen Mittagessen. Schick gemacht. Ausgehen um 13.00 Uhr, bei uns im Dorf. Ich bemerke, dass jede ihre Uhr… Weiterlesen

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