19. Dezember 2021: All der Segen

19. Dezember 2021 1 Von Eva

Schneeengel.
Liegt bei dir Schnee?
Im Januar vielleicht, wenn er jetzt nicht rund um Weihnachten seine weiche Decke auf unsere aufgeregte und aufgebrachte Welt legt. Heute, am vierten Adventssonntag zitiere ich Juli Zeh:


„Im Park vor dem Bahnhof lege ich mich auf die Wiese, breite Arme und Beine aus, bis ich ein Kreuz bilde, mit mir selbst die Stelle auf dem Erdball markiere, an der ich liege. Das müsste von hoch oben zu sehen sein, so dass alle himmlischen Wesen erkennen: Dorthin mit unserem Segen!“

Juli Zeh

Markiere mit dir selbst ein Kreuz – oder einen Schneeengel. Als Zeichen für alle himmlischen und irdischen Wesen,
auf dem Stück Erde, Land, Wiese, Feld, Parkettboden, Steinboden, Laminat oder Teppich im Flur, dort, wo es gerade nötig ist.
So wie der Regenbogen im Frühjahr 2020 in Stuttgart an fast jedem Kinderzimmerfenster gemalt oder geklebt war – so könnten jetzt – in einer neuen Covid Saison überall menschliche Kreuze und Engel als Zeichen des Segens- und Friedens(wunsches) auftauchen. Dieser Wunsch ist universal. Die Segensanfrage wird überall gestellt. Unser Friedenssehnen eine internationale Formulierung. Unsere Sehnsuche spricht international. Die Frage nach (s)einem (höheren) Frieden auf Erden. Gesundheitsfrieden. Finanzfrieden. Die Sehnsucht nach innerem Frieden in den großen Konflikten unserer Welt ist groß und real.

Ich gehe raus in unseren Garten. Lege mich auf braunen Boden, breite die Arme aus und bilde mit mir selbst ein Kreuz. Ich lege mich raus ins trockene Feld, neben die 12 Ziegen unserer Nachbarn, von Eric behütet- bewege Arme und Beine und bilde einen dunkelroten afrikanischen Staubengel.

Hierher mit deinem Segen. Hierher mit allem Segen. Hierher mit euerm Frieden.
Wir sehnen uns.

(Zitat aus: Die Stille ist ein Geräusch. Eine Fahrt durch Bosnien, S.9)