Gastbeitrag: Wir reisen dann mal nach Afrika

Gastbeitrag: Wir reisen dann mal nach Afrika

16. August 2022 0 Von Ahlers-in-Afrika

— von Jakob & Lilly’s Großeltern —

Mit viel Vorfreude und großer Aufregung haben wir unserem Aufenthalt in Ruanda entgegengesehen. Nach einem Jahr war es endlich so weit, wir durften Eva, Jörg, Lilly und Jakob wiedersehen.

Zwar hatten wir einiges über Ruanda gelesen und die Erfahrungsberichte der Kinder gehört, aber wie es wirklich werden würde, konnten wir nicht einschätzen.

Es fing damit an, dass wir sehr viel mitzubringen hatten. Unsere große Frage war, wie wir bei der Einreise nach Ruanda kontrolliert würden, da wir doch einiges an medizinischem Material, Arzneimitteln und Geschenken dabei hatten. Außerdem hatten wir gehört, Plastik ist in Randa verboten, weshalb wir uns sehr viel Gedanken über die Verpackung gemacht haben.

Das Einzige, was dann nach unserer Ankunft kurz nach Mitternacht in Kigali wirklich interessant war, war der kleine Reisefön in Franz Handgepäck.

Das Wiedersehen mit der Familie am nächsten Morgen war für uns das Highlight. Wir waren begeistert von dem Haus in Muhanga und dem schönen Garten, den sie innerhalb eines Jahres zum Grünen und Blühen gebracht haben.

Am schönsten aber war zu spüren, wie gut sie in der Zwischenzeit in Afrika angekommen waren. Wir haben gestaunt, welche Nähe vor allem Eva bereits zu den Nachbarn aufgebaut hat und wir haben uns an dem kleinen Fred gefreut, der zu einem Freund der Kinder geworden ist.

Haus und Garten haben sich immer wieder mit Menschen gefüllt, mit helfenden und ratsuchenden zugleich. Ab und zu ist Rückzug unbedingt notwendig. Man ist hier als Muzungu ständig im Blickfeld (ergibt viel Verständnis für Fremde daheim in Deutschland), von Kindern umringt, bestaunt. Wir waren oft hilflos, weil der Landessprache nicht mächtig.

Dann durften wir natürlich auch dieses landschaftlich so wunderschöne Land erleben. Es ist viel schöner, als wir es uns vorgestellt hatten. Berge, Seen, Teefelder und viel Grün (selbst in der Trockenzeit) und dazwischen überall die Farbtupfer der vielen Menschen, die hier ständig unterwegs sind.

Es gibt aber auch einiges, was wir als schwer und bedrückend empfunden haben.

Besonders nachgewirkt hat bei uns der Besuch bei Teepflückerinnen, die gerade mal 1,5 Dollar Tageslohn erhalten, und wir anschließend in einem Hotel für eine Tasse Tee 3 Dollar bezahlt haben.

Diese enormen Gegensätze sind uns immer wieder aufgefallen. Es gibt super ausgebaute Straßen, tolle Hotels, hochpreisigen Tourismus und es gibt holprige Lehmstraßen, einfachste Häuschen, unzählige arbeitslose junge Menschen und vor allem viele, die oft nicht wissen, wie sie sich genügend Nahrung leisten können.

Bei unserer Fahrt durch das Land haben wir überall Schulen gesehen. Grundschule ist für alle Pflicht, weiterführende Schulen und vor allem Hochschulen sind für die meisten aber ohne Unterstützung nicht bezahlbar.

Natürlich haben wir auch das Krankenhaus besucht, in dem Jörg arbeitet. Kirinda ist nur über buckelige Lehmstraßen zu erreichen und liegt auf einem Hügel. Dort ein Krankenhaus vorzufinden hat uns erstaunt. Mit unseren Kliniken ist es nicht zu vergleichen und doch ein Segen für so viele. Das 1000 g Baby im Inkubator, das sich einen Weg ins Leben erhofft, behalten wir in Erinnerung.

vielen Dank an Familie Heindl für die Spende der Medikamente!!!!!! (Jörg)

Zum Abschluss waren wir noch einen Tag in Kigali. Wieder ein Gegensatz! Eine Millionenstadt mit modernen Gebäuden, großen Hotels, viel Verkehr und unzähligen lauten Motorradtaxis.

Wir kehren zurück in unser Deutschland und seinen so ganz anderen Problemen. Der Unterschied zwischen beiden Ländern ist riesig und doch gehören wir irgendwie alle zusammen.

Unsere Reise wird noch lange in uns nachwirken!

Und wir sind dankbar für alles Behütet- und Bewahrt-sein.

Murakoze cyane Rwanda – Vielen Dank Ruanda